Die EG-Typgenehmigungsnummer sieht auf den ersten Blick kryptisch aus – zum Beispiel e1*2007/46*0456*08. Dabei steckt in dieser kurzen Zeichenfolge, wer den Fahrzeugtyp genehmigt hat, nach welcher Rechtsgrundlage und in welcher Fassung. Sie finden die Nummer im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) im Feld K, auf dem Typenschild des Fahrzeugs und auf Seite 1 der COC-Papiere. Wer sie lesen kann, erkennt sofort, ob für ein Fahrzeug eine EU-Typgenehmigung – und damit ein COC – existiert.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wo die Nummer steht, wie sie aufgebaut ist und wann Sie sie wirklich brauchen.
Was ist die EG-Typgenehmigungsnummer?
Bevor ein Fahrzeugtyp in der EU verkauft werden darf, lässt der Hersteller ihn von einer nationalen Behörde genehmigen – in Deutschland vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Diese EG-Typgenehmigung (heute „EU-Typgenehmigung“) bestätigt, dass der Typ alle technischen Vorschriften erfüllt: Abgas, Bremsen, Beleuchtung, Sicherheit. Jede Genehmigung erhält eine eindeutige Nummer.
Das Gegenstück für das einzelne Fahrzeug sind die COC-Papiere: Mit der EG-Übereinstimmungsbescheinigung erklärt der Hersteller, dass genau Ihr Fahrzeug – erkennbar an der Fahrgestellnummer (FIN) – dem genehmigten Typ entspricht. Die Typgenehmigungsnummer ist also der Verweis vom Fahrzeug auf seine Genehmigung. Rechtsgrundlage ist seit 2020 die Verordnung (EU) 2018/858; ältere Fahrzeuge wurden nach der Richtlinie 2007/46/EG oder 70/156/EWG genehmigt.
Wo finde ich die EG-Typgenehmigungsnummer?
Es gibt drei zuverlässige Fundstellen:
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Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), Feld K. Das Feld heißt „Nummer der EG-Typgenehmigung oder der ABE“. Steht dort ein Eintrag im Format
e1*…, hat das Fahrzeug eine EU-Typgenehmigung. Steht dort eine KBA-Nummer ohne „e“ (etwa eine Allgemeine Betriebserlaubnis, ABE), wurde der Typ national genehmigt. - Typenschild (Fabrikschild) am Fahrzeug. Meist im Motorraum, an der B-Säule oder im Türholm der Fahrertür. Neben Hersteller, FIN und zulässigen Massen ist dort die Typgenehmigungsnummer eingeprägt. Wo genau Sie suchen müssen, erklärt unsere FAQ Wo finde ich das Typenschild an meinem Fahrzeug?
- COC-Papiere, Seite 1. Im Kopfbereich des Dokuments steht die „Fahrzeug-Typgenehmigungsnummer“ zusammen mit Marke, Typ, Variante und Version. Wie das komplette Dokument aufgebaut ist, sehen Sie im COC-Papier Muster.
Haben Sie weder Fahrzeugschein noch COC – etwa bei einem Import oder nach Verlust der Papiere – bleibt das Typenschild. Für die Bestellung von COC-Papieren brauchen Sie die Typgenehmigungsnummer übrigens nicht: Die 17-stellige FIN genügt, der Hersteller ordnet das Fahrzeug selbst zu.
So lesen Sie die Nummer: Aufbau am Beispiel
Nehmen wir das Beispiel e1*2007/46*0456*08. Die Nummer besteht aus vier Abschnitten, getrennt durch Sternchen:
| Abschnitt | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Genehmigungsbehörde | e1 | Kleines „e“ + Kennziffer des Landes, dessen Behörde den Typ genehmigt hat. e1 = Deutschland (KBA). |
| Rechtsgrundlage | 2007/46 | Richtlinie oder Verordnung, nach der genehmigt wurde: 70/156 (bis 2009), 2007/46 (2009–2020) oder 2018/858 (seit 2020). |
| Laufende Nummer | 0456 | Fortlaufende Nummer der Grundgenehmigung bei dieser Behörde. |
| Erweiterung | 08 | Zähler der Nachträge. Jede technische Änderung am Typ (neuer Motor, neue Variante) erhöht die Zahl. |
Bei neueren Fahrzeugen kann die laufende Nummer fünfstellig sein, zum Beispiel e1*2018/858*00123*01. Bei Motorrädern steht als Rechtsgrundlage die Verordnung (EU) 168/2013, bei land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen 167/2013.
Die Länderkennziffern
Die Ziffer hinter dem „e“ verrät nicht, wo das Fahrzeug gebaut wurde, sondern welche Behörde den Typ genehmigt hat. Ein in Deutschland gebauter Pkw kann durchaus eine e4-Genehmigung aus den Niederlanden tragen. Die häufigsten Kennziffern:
| Kennziffer | Land / Behörde |
|---|---|
| e1 | Deutschland (Kraftfahrt-Bundesamt) |
| e2 | Frankreich |
| e3 | Italien |
| e4 | Niederlande (RDW) |
| e9 | Spanien |
| e11 | Vereinigtes Königreich (VCA) |
| e12 | Österreich |
| e13 | Luxemburg (SNCA) |
| e24 | Irland |
Jeder EU-Mitgliedstaat hat eine eigene Kennziffer; die Genehmigung gilt unabhängig vom Land in der gesamten EU. Hinweis zu e11: Das Vereinigte Königreich ist seit dem Brexit keine EU-Genehmigungsbehörde mehr. Eine e11-Nummer auf einem bereits zugelassenen Fahrzeug ist kein Problem; bei neueren Fahrzeugen desselben Typs kann im COC inzwischen die Kennziffer einer EU-Behörde stehen.
Typgenehmigungsnummer, Schlüsselnummer, FIN – was ist was?
Im Fahrzeugschein stehen mehrere Nummern dicht beieinander, die gern verwechselt werden:
- Feld K – EG-Typgenehmigungsnummer: identifiziert den genehmigten Fahrzeugtyp (dieser Beitrag).
- Feld 2.1 und 2.2 – Herstellerschlüsselnummer (HSN) und Typschlüsselnummer (TSN): deutsche KBA-Schlüssel, die vor allem Versicherungen und Werkstätten nutzen. Sie sind kein EU-Merkmal.
-
Feld D.2 – Typ, Variante, Version: die herstellereigene Bezeichnung innerhalb der Typgenehmigung (zum Beispiel
AU*…). - Feld E – Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN/VIN): die 17-stellige Nummer Ihres konkreten Fahrzeugs. Sie ist die einzige Angabe, die Sie für die Bestellung von COC-Papieren benötigen.
Wann brauche ich die Typgenehmigungsnummer wirklich?
In den meisten Alltagssituationen gar nicht – die Zulassungsstelle liest sie selbst aus den Papieren. Wichtig wird sie in diesen Fällen:
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Import aus dem Ausland: Zeigt das Typenschild eine
e-Nummer, besitzt das Fahrzeug eine EU-Typgenehmigung. Dann kann der Hersteller COC-Papiere ausstellen, und die Zulassung in Deutschland läuft über den Standardweg. Für Fahrzeuge aus Österreich oder der Schweiz lesen Sie dazu COC-Papiere beim Auto aus Österreich oder der Schweiz. - Keine e-Nummer vorhanden: Fehlt die EU-Typgenehmigung – typisch bei Fahrzeugen aus den USA oder Japan oder bei sehr alten Fahrzeugen – gibt es kein COC. Dann führt der Weg über TÜV oder DEKRA zur Einzelgenehmigung. Was Sie dafür brauchen, steht unter Fahrzeug ohne COC-Papiere zulassen.
- Abgleich der Papiere: Die Nummer im COC muss mit der auf dem Typenschild übereinstimmen. Weichen sie ab, gehört das Fahrzeug zu einer anderen Variante oder Erweiterung – ein häufiger Grund für Rückfragen der Zulassungsstelle.
- Unterscheidung COC oder Datenblatt: Eine nationale ABE statt einer e-Nummer bedeutet, dass der Hersteller statt eines COC eine Datenbestätigung ausstellt. Den Unterschied erklären wir unter Datenblatt oder COC-Papiere.
COC-Papiere bestellen – ganz ohne Typgenehmigungsnummer
Wenn Ihr Fahrzeug eine EU-Typgenehmigung hat und die COC-Papiere fehlen, müssen Sie nicht selbst nach Nummern suchen. Bei COC-OnlineService geben Sie nur die 17-stellige FIN ein, wir beschaffen das originale Dokument direkt vom Hersteller – zum Beispiel die COC-Papiere für VW mit PDF nach etwa 2–3 Werktagen. Der Preis steht vor der Bestellung fest, und sollte der Hersteller für Ihre FIN kein COC ausstellen können, erstatten wir den vollen Kaufpreis. Alle Marken finden Sie auf der Startseite: COC-Papiere online bestellen.
COC-online bei uns bestellbar:
Häufige Fragen zur EG-Typgenehmigungsnummer
Wo steht die EG-Typgenehmigungsnummer im Fahrzeugschein?
In der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld K („Nummer der EG-Typgenehmigung oder der ABE“). Bei Fahrzeugen mit EU-Typgenehmigung beginnt der Eintrag mit einem kleinen „e“ und einer Länderkennziffer, zum Beispiel e1 für Deutschland.
Was bedeutet e1 in der Typgenehmigungsnummer?
Das „e“ steht für eine EG-/EU-Typgenehmigung, die Ziffer für die genehmigende Behörde. e1 ist das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt, e2 Frankreich, e3 Italien, e4 die Niederlande. Die Genehmigung gilt in der gesamten EU, egal welche Behörde sie erteilt hat.
Ist die Typgenehmigungsnummer dasselbe wie die Schlüsselnummer?
Nein. HSN und TSN (Felder 2.1 und 2.2) sind deutsche KBA-Schlüssel für Hersteller und Typ. Die EG-Typgenehmigungsnummer (Feld K) bezieht sich auf die EU-Genehmigung des Fahrzeugtyps und steht auch auf dem Typenschild und im COC.
Brauche ich die Typgenehmigungsnummer, um COC-Papiere zu bestellen?
Nein. Für die Bestellung genügt die 17-stellige Fahrgestellnummer (FIN). Der Hersteller ermittelt daraus Typ, Variante, Version und die zugehörige Typgenehmigung selbst.